Question: In welchem Zusammenhang stehen Bildung und soziale Herkunft?

Die soziale Herkunft bestimmt in Deutschland in stärkerem Maß über den Schulerfolg als in vielen anderen Ländern. Die Kinder von Eltern mit hohen Abschlüssen erreichen auch deutlich häufiger selbst akademische Zeugnisse als Kinder von Eltern mit geringeren Abschlüssen.

Sind Bildungschancen von der sozialen Herkunft abhängig?

Die soziale Herkunft bestimmt in Deutschland in stärkerem Maß über den Schulerfolg als in vielen anderen Ländern. Die Kinder von Eltern mit hohen Abschlüssen erreichen auch deutlich häufiger selbst akademische Zeugnisse als Kinder von Eltern mit geringeren Abschlüssen.

Wir hatten das in diesem Blog schon öfter: Für den Bildungserfolg eines Kindes und Jugendlichen ist die familiäre Herkunft wesentlich entscheidender als seine eigentliche Leistungsfähigkeit.

Soziale Ungleichheiten und Bildungsentscheidungen im Lebensverlauf. Journal for educational research online 11 116—30. Damit wird die Hartnäckigkeit des Einflusses der sozialen Herkunft auf die Bildungsentscheidungen der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland erklärungsbedürftig.

Das heißt, sie vollziehen sich nach dem Matthäus-Prinzip: Wer in einem bestimmten Lebensalter bereits ein höheres Bildungs- oder Kompetenzniveau erreicht hat, der hat auch im nächsten Schritt die jeweils bessere Chance, diese Vorteile noch weiter auszubauen.

Kompetenzunterschiede zwischen verschiedenen sozialen Gruppen verschärfen sich deswegen tendenziell über den Bildungs- und Lebensverlauf. Abbildung 1 stellt diesen dynamischen Zusammenhang schematisch dar.

In welchem Zusammenhang stehen Bildung und soziale Herkunft?

Durch herkunftsspezifische Unterschiede in den Bildungsentscheidungen werden die Lernenden in verschiedene Lernumwelten kanalisiert, wo sie jeweils unterschiedliche Lernerfahrungen machen und Kompetenzfortschritte erzielen, die dann im weiteren Bildungsverlauf die Grundlage für die Entscheidungen der Familien und ihrer Kinder darstellen.

Hier zunächst die Überblicksgrafik S. Höher gebildete Eltern können ihren Kindern in der Schule helfen, wenn diese Probleme haben. Außerdem haben sie selber Erfahrung mit dem akademischen Bildungsweg und wissen, dass man vielleicht auch nur mit durchschnittlichen Schulleistungen das Gymnasium und ein Universitätsstudium erfolgreich absolvieren kann Blossfeld, In welchem Zusammenhang stehen Bildung und soziale Herkunft?. Familien in höheren Klassenpositionen verfügen meistens über mehr finanzielle Ressourcen, die es Ihnen erlauben bei schulischen Problemen ihrer Kinder eine Nachhilfe zu bezahlen und sie können ihren Kindern ein förderliches Lernumfeld schaff en in dem zum Beispiel jedes Kind ein eigenes Zimmer bekommt Blossfeld, 2018.

Eltern in höheren Klassenpositionen haben meistens sicherere Arbeitsplätze und bessere Karrieremöglichkeiten, die es ihren Kindern erlauben In welchem Zusammenhang stehen Bildung und soziale Herkunft? Anfang an eine kostspieligere und langwierigere akademische Ausbildung in Betracht zu ziehen Blossfeld, 2018. So sollten Freunde, Verwandte und Bekannte von Familien mit einem hohen Status eher hohe Bildungsaspirationen haben.

Diese hohen Erwartungen werden auf die Familien und ihre Kinder projiziert, so dass diese Kinder eine nichtakademische Bildung nicht mehr als Option wahrnehmen Blossfeld, 2018.

Außerdem steht der Status der Eltern nach Bukodi und Goldthorpe 2013 auch für die kulturellen Ressourcen die Kinder in Familien erlernen und die mit den Mittelschichtstandards, die im akademischen Bildungsweg von Lehrern und Schulen erwartet werden, besser harmonieren Blossfeld, 2018.

Dieser Effekt ist stark durch die Bildungsressourcen der Eltern In welchem Zusammenhang stehen Bildung und soziale Herkunft?, da die Eltern die bedeutendsten Agenten sind, die die primären und weitestgehend auch sekundären Sozialisationsprozesse gestalten.

In der Psychologie versteht man unter nicht-kognitiven Fähigkeiten Persönlichkeitsvariablen wie zum Beispiel Metakompetenzen, Selbstkonzept, Selbstregulation und soziale Kompetenzen Weinert et al.

Eltern können dabei die Ziele und die Wahrnehmung sowie das Selbstkonzept und Wahlmöglichkeiten der Kinder durch das Informations- und Erfahrungsangebot beeinflussen.

Kinder aus höhergebildeten Familien profitieren dabei auch von einem stärkeren akademischen Klima zu Hause. Über den Lebensverlauf hinweg sind Schüler immer häufiger dazu gezwungen eigene Bildungsentscheidungen zu treffen, sodass nicht-kognitive Fähigkeiten mit steigendem Alter immer mehr an Bedeutung gewinnen. Dabei spielen Kosten-Nutzen-Überlegungen von Familien und ihren Kindern die entscheidende Rolle.

Die subjektiv erwarteten Kosten höherer Bildungsabschlüsse sind dabei für Familien mit geringen Herkunftsressourcen in der Regel höher. Gleichzeitig wird der subjektive Nutzen und die Erfolgswahrscheinlichkeit von diesen Familien als geringer eingeschätzt Boudon, 1974. Danach streben Eltern für ihre Kinder mindestens einen Bildungsabschluss an der mit ihrem vergleichbar ist.

Das heißt, dass unterschiedliche Herkunftsfamilien verschiedene Bildungsziele für ihre Kinder haben. Zum Beispiel bedeutet ein mittlerer Bildungsabschluss für die eine Familie einen Aufstieg, während er für eine akademische Familie ein Abstieg ist. Mit anderen Worten, der herkunftsspezifische sekundäre Effekt ist im mittleren Kompetenz- und Notenbereich In welchem Zusammenhang stehen Bildung und soziale Herkunft?

größten. Es scheint also so zu sein wie von Bourdieu 1973 beschriebendass höhergebildete Eltern ihre Kinder mit einem kulturellen Kapital ausstatten welches sie im Schulkontext erfolgreicher sein lässt.

Was bedeutet (Schule, Deutsch, Grammatik)

Folglich schreiben sie diesen Kindern höhere Erfolgswahrscheinlichkeiten im Hinblick auf deren Bildungskarriere zu. Und c üben besser gebildete Eltern generell mehr Druck auf Lehrer und Bildungsinstitutionen aus, falls dies aus ihrer Sicht nötig sein sollte. Siehe dazu die Hinweise ganz unten.

Übergangsentscheidung: den Eltern überlassen oder auf Noten gründen? In welchem Zusammenhang stehen Bildung und soziale Herkunft? bundeslandspezifische institutionelle Rahmenbedingungen haben einen erheblichen Einfluss auf die Bildungsentscheidungen und somit auf die Reproduktion sozialer Ungleichheit.

Größere elterliche Entscheidungsspielräume beim Übergang zu den weiterführenden Schulen wie zum Beispiel in Hessenbieten insbesondere für Kinder aus Familien mit besseren Ressourcen höhere Chancen höhere Bildung zu erlangen. In Schulsystemen, in denen die Übergangsempfehlungen stärker auf Noten basieren wie beispielsweise in Bayernist in letzter Instanz die Lehrerempfehlung ausschlaggebend und die Bildungsaspirationen privilegierter Familien werden dadurch etwas gebremst.

Zum Beispiel zeigt Dollmann 2016 in einer Untersuchung, dass Kinder aus benachteiligten Familien dann eine größere Chance haben, auf das Gymnasium zu gehen, wenn die Übergangsentscheidungen stärker auf die tatsächlichen Schulnoten bezogen sind. Dadurch werden die überschießenden Bildungsaspirationen von Mittelschichteltern mit Kindern mit mittlerer Kompetenz beschränkt.

Entsprechend haben die Übergangsraten der Kinder nach der Grundschule zum nichtakademischen Bildungszweig über die Kohorten abgenommen. Obwohl damit alle Kinder verschiedener Herkunftsgruppen von dieser Öffnung profitiert haben, bleiben die relativen herkunftsspezifischen Bildungsungleichheiten bestehen.

Falls es Mobilität von Schülern gibt, ist Abwärtsmobilität häufiger als Aufwärtsmobilität. Kinder von niedrig gebildeten Eltern haben dabei eine höhere Abwärtsmobilität und Kinder von hoch gebildeten Eltern sowie einem hohen Status sind eher aufwärts mobil.

Quelle: eigene Montage Nach Sekundarstufe I erhöhte Aufwärtsmobilität Im Vergleich zur Sekundarstufe I, hat die Aufwärtsmobilität nach einem ersten Bildungsabschluss auf dem nichtakademischen Bildungsweg über die Kohorten hinweg deutlich zugenommen. Jugendliche mit einem Haupt- oder Realschulabschluss entscheiden sich von Kohorte zu Kohorte immer häufiger dafür, eine Hochschulzugangsberechtigung nachzuholen.

In welchem Zusammenhang stehen Bildung und soziale Herkunft?

Vor allem Kinder aus privilegierten Familien nutzen diesen zweiten Bildungsweg mit einer höheren Wahrscheinlichkeit Blossfeld, 2018.

Hierbei handelt es sich vor allem um junge Erwachsene aus Familien mit geringen Herkunftsressourcen. Kinder mit einer Hochschulzugangsberechtigung, die aus Familien mit hohen Herkunftsressourcen stammen, entscheiden sich hingegen häufiger für einen tertiären Bildungsabschluss. Die Modernisierungstheorie hat sich nicht bestätigt Nach dieser Theorie expandiert das Bildungssystem als Reaktion auf die funktionalen Anforderungen in modernen Gesellschaften.

In diesem Modernisierungsprozess werden alle Eltern zunehmend besser durch die Massenmedien über die Bildungschancen und -möglichkeiten ihrer Kinder informiert, sodass der sekundäre Effekt der sozialen Herkunft abnehmen sollte. Darüber hinaus sollten nach dieser Theorie Auswahlverfahren im Bildungssystem rationaler und meritokratischer werden, was dann auch zu einem Sinken des tertiären Effekts der sozialen Herkunft führen sollte.

Die große Mehrzahl der empirischen Ergebnisse zeigt, dass die Vorhersagen der Modernisierungstheorie im Grunde nicht eingetroffen sind. Weiterhin sind die Bildungsentscheidungen verschiedener Herkunftsgruppen von großer Bedeutung. Sie behauptet, dass Bildungszertifikate die soziale Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt legitimieren.

Vertreter dieser Theorie erkennen jedoch einen inhärenten Konflikt zwischen der Auswahl- und Sozialisationsfunktion von Bildung. Gleichzeitig wollen sich die privilegierten Gruppen ihre Vorteile im oberen Teil des Ungleichheitssystems erhalten. Sie bewahren ihre Privilegien durch den Erwerb eines Hochschulabschlusses.

Dies ist aufgrund der Persistenz von primären, sekundären und tertiären Effekten der sozialen Herkunft möglich siehe Abbildung 2. Das bedeutet, dass im Zuge des Ausbaus der tertiären Bildung der Anstieg der Bildungsnachfrage von Kindern höherer sozialer Herkunft immer größer sein sollte als der Anstieg der Bildungsnachfrage von Kindern niedriger sozialer Herkunft. Somit führt die Bildungsexpansion vor allem dann zu einem Anstieg der Bildungschancen von Kindern aus Familien mit niedrigen Herkunftsressourcen, wenn im Grunde alle Kinder aus Familien mit besseren Herkunftsressourcen diesen Bildungsübergang bereits erfolgreich absolvieren Lucas, 2001.

Vielmehr bleiben ihre Chancen im Zeitverlauf relativ konstant oder reduzieren sich sogar Blossfeld et al. Dies ist wiederum auf die primären, sekundären und tertiären Effekte der sozialen Herkunft zurückzuführen vgl. Solange privilegierte Herkunftsfamilien an den verschiedenen Bildungsübergängen nicht saturiert sind, wird die Übergangswahrscheinlichkeit von Kindern aus Familien mit niedrigem Bildungsniveau eingeschränkt sein. Auch diese Theorie postuliert an höheren Bildungsübergängen eine starke Konkurrenz zwischen Familien unterschiedlicher sozialer Herkunft, konzentriert sich jedoch auf die qualitativen Bildungsunterschiede bei gleichem Bildungsniveau.

Wenn neue Distinktionen auf der tertiären Ebene eingeführt werden, z. Durch herkunftsspezifische Unterschiede in den Bildungsentscheidungen werden die Lernenden in verschiedene Lernumwelten kanalisiert, wo sie jeweils unterschiedliche Lernerfahrungen machen und Kompetenzfortschritte erzielen, die dann im weiteren Bildungsverlauf die Grundlage für die Entscheidungen der Familien und ihrer Kinder darstellen.

Die Organisation des Bildungssystems mit seinen Übergängen bestimmt deswegen, wann im Lebensverlauf Bildungsentscheidungen mit welcher Konsequenz von den Familien und Lehrern getroffen werden müssen und in welchem Umfang diese später korrigiert werden können. Auf dieser Grundlage ist zu empfehlen, das Bildungssystem insgesamt möglichst lange offen zu halten und die Anschlussfähigkeit von Bildungsabschlüssen zu gewährleisten Vermeidung von Bildungssackgassen. Der zweite und der kürzlich eröffnete dritte Bildungsweg offene Hochschule stellen hier einen großen Schritt in die richtige Richtung dar, weil hier auch berufliche Qualifikationen zunehmend anerkannt werden.

Aus einer Längsschnittstudie von Fend, Berger und Grob 2009 gibt es allerdings auch empirische Hinweise darauf, dass durch organisatorische Reformen des Bildungssystems wie etwa durch die Einführung der Förderstufe oder der Gesamtschule zwar kurzfristig die herkunftsspezifischen Effekte vermindert werden können, dass sich die Herkunftsfamilien dann aber mit ihren Wünschen langfristig doch wieder durchsetzen. Insbesondere bei späteren risikobehafteten In welchem Zusammenhang stehen Bildung und soziale Herkunft?

scheint sich der schulische Einfluss im Lebensverlauf zu verlieren und In welchem Zusammenhang stehen Bildung und soziale Herkunft? familiären Ressourcen treten zunehmend wieder in den Vordergrund. Vieles spricht deswegen dafür, dass In welchem Zusammenhang stehen Bildung und soziale Herkunft?

In welchem Zusammenhang stehen Bildung und soziale Herkunft?

nicht nur mehr Frühförderung und Ganztagsschulen braucht, sondern einen umfassenderen Ansatz benötigt, der insbesondere die Familien der benachteiligten Herkunftsgruppen stärker in die Bildungsförderung einbezieht Familienbildung. Soziale Ungleichheiten und Bildungsentscheidungen im Lebensverlauf. Journal for educational research online 11 116—30.

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